Hier bei Locationmarketing gibt es zwei Schwerpunkte: Einerseits widmen wir uns den Marketingmöglichkeiten rund um Location basierte Services und Social Media. Andererseits sind wir aber auch immer auf der Suche nach neuen und interessanten Services, die wir ausprobieren und vorstellen können. Wenn die Services einen gewissen Neuwert haben, einen speziellen Zugang bieten und sonst irgendwie lustig sind, schaffen sie es auch auf den Blog. Heute widmen wir uns wieder einmal Punkt zwei. Und zwar haben wir uns diesmal Scoville ausgesucht. Ein LBS ohne Check-Ins.

Wenn man von einem neuen Service hört, den man gerne ausprobieren möchte, dann macht man was genau? 1. Schritt: Google 2. Schritt App Store. Gegoogelt, gefunden, Website überflogen. Und dann den App Store (oder eben das Android-Pendant) angeworfen und nach Scoville gesucht. Das einzige, was der findet, sind irgendwelche Apps zu Chili und scharfem Essen. Natürlich, etymologisch finden wir unter Scoville zuallererst die Schärfegrad-Skala, weswegen die Website auch unter www.goscoville.com zu finden ist. Der Service selbst spezialisiert sich aber auf “heiße” Locations, die keine Geheimtipps bleiben sondern verbreitet werden sollen.

 

Aber was ist denn hier los? Blöder Service so ganz ohne App. Nach kurzer Recherche wurde dann das Prinzip von Scoville klar:

Scoville konzentriert sich auf jener Funktion, die viele Services nebenbei integriert haben, nämlich auf die Weiterempfehlungen. Diese Idee finden wir zwar immer total toll und hipp und fortschrittlich aber wer analysiert denn wirklich alle Check-Ins seiner Kontakte um eine interessante Locations für sich selbst zu entdecken? Scoville greift hier ein. Es importiert alle Foursquare Check-Ins, danach markiert der User unter allen Check-Ins jene Orte, die besonders empfehlenswert sind und erstellt so für seine Follower eine ausgesiebte, hilfreiche Liste an Orten, die man sich einmal genauer anschauen sollte.

Wie mache ich da mit?

Registrieren ist überflüssig. Man loggt sich auf der Website mit seinem Foursquare Account, den wir als alt eingesessene LBS Fanatiker natürlich alle schon längst haben, ein und hat dann sofort die Möglichkeit, allen Foursquare Kontakten, die Scoville nutzen, zu folgen. Man weiß zwar zu diesem Zeitpunkt noch nicht unbedingt, was das jetzt bringt aber vernetzen wir uns mal schön artig. Hier kann man sein Scoville auch mit Twitter oder Facebook verbinden und natürlich None-Scoville Menschen zu dem Service einzuladen.

 

Bis hier hin kennen wir uns noch aus. Der nächste Schritt heißt dann “Create TopTuesday”. Dazu sieht man seine letzten Check-Ins via Foursquare aufgelistet. Mit einem “Like” und einem Herzchen kann man diesen Ort zu einem Ort machen, den man besonders mag und weiterempfehlen kann. Mit der Funktion “Add a tip” kann man auch sagen, warum andere User diesen Ort unbedingt besuchen sollten. Neben der Tip-Funktion, die uns natürlich auch stark an Foursquare erinnert, können wir einen Ort auch zu unserer Wishlist hinzufügen. Sieht so aus als wäre diese als Gedankenstütze gedacht. Wenn man also die TopTuesday Listen seiner Follow-Kontakte durchgeht, dort einen interessanten Ort findet und nicht vergessen will, diesen einmal zu besuchen. Auf der Wishlist finden sich alle diese Orte und erinnern einen daran, besucht werden zu wollen.

 

Und was hat es mit diesem TopTuesday auf sich? Nun ja, an jedem Dienstag um die gleiche Zeit werden die TopTuesday Rankings der einzelnen User ausgeworfen. Das bedeutet, der geneigte Scoville User markiert unter den Check-Ins der letzten Woche seine Lieblingsorte mit Herzchen und diese werden dann automatisch in einem Scoville-Tweet und einem Scoville Facebook Update gepostet. Die anderen User sehen dann, welche Orte hier als Lieblingsorte markiert wurden. Mit einem Klick auf den Link sieht man auch die Tips dazu. Steht zum Beispiel ein Restaurant unter den TopTuesday Locations mit dem Tip “Besten Dim Sum in ganz Wien”, klicke ich auf das Wishlistsymbol und nehme mir vor, dort auch einmal die Dim Sums zu testen. Das ist eigentlich das ganze Prinzip des Services. Etwas mau, findet ihr? Scoville hat sich noch ein paar sehr nette Features einfallen lassen, die den Service aufwerten.

 

Rangliste

Für jede Aktivität bekommt man Punkte, sogenannte Units auf Scoville. So wie die Einheiten der echten Schärfegrad-Skala ebenfalls in Units gemessen werden. Je mehr Units man hat, umso höher klettert man in der Rangliste. Das nette Detail an dieser Rangliste ist aber, dass der Status einer scharfen Frucht entspricht. Je höher die Stufe auf der Scoville Rangliste umso schärfer mein Status = die Frucht. Mit meinen bescheidenen 58 Scoville Units bin ich im Moment “Bell Pepper”, daneben ein Bild dieser Frucht. Mit 100 Units ist man schon eine Jalapeno oder mit 480 Units ein Cayenne Pepper. Lustig gell. Ahja und wer sich einmal so viele Punkte erkämpft wie der Ranglistenführende, der trägt dann den Titel “Naga Viper” – die offiziell laut Guiness World Records schärfte Chili der Welt. Na wer möchte diesen Titel nicht tragen!

 

Build my town

Ein weiteres Feature nennt sich “Build my town”. Da sieht man zu Anfang eigentlich recht wenig, außer einem Text und einer Tweetvorlage, seine Kontakte doch zu Scoville einzuladen. Der Text verspricht aber, dass es ab einem höheren Level auch hier mehr Möglichkeiten geben wird, die City zu gestalten.

Zugegeben, wahnsinnig neu und innovativ ist Scoville jetzt nicht. Es greift aber einen wichtigen Fokus auf und setzt ihn auch sehr übersichtlich und praktisch um. Ich kann mich an Weiterempfehlungen beteiligen und diese auch selbst nutzen, ohne an jedem popeligen Eisstand meine 27 Services aufzurufen, um mich einzuchecken. Ich gehe einmal pro Woche auf mein Scoville Profil, markiere meine Lieblingsorte und der TopTuesday wird automatisch ausgeschickt. Spamgefahr sehe ich bei einem Tweet oder Posting auf Facebook eigentlich auch nicht. Habe ich Zeit und Lust, dann durchforste ich die TopTuesdays meiner Freunde und suche nach interessanten neuen Locations für mich. Und falls mich grad der Motivationsteufel packt, kommentiere ich meine Check-Ins auch noch mit ein paar hilfreichen Stichwörtern für die Mituser. Steht und fällt ja damit, wie eifrig die Menschen daran mittun. Social Media eben. Für uns ist der Service wirklich schön umgesetzt und verschlingt so wenig Zeit, dass es nicht weh tut, Scoville mal ausprobieren.

Und: Weiß eigentlich jemand, warum gerade TopTuesday und nicht TopMonday oder TopThursday? Orientiert sich das an Studien, die sagen, dass die meisten Menschen am Dienstag um diese Zeit online sind? Vielleicht kennt ja jemand das Geheimnis, wir leider nicht.