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Archive for the ‘Foursquare’ Category

Dienstag
Feb 8,2011

So wie viele großartige Ideen fanden auch Location Based Service ihren Anfang in einem wahrscheinlich schlecht beleuchteten Studentenzimmer spät in der Nacht und entwickelten sich aus einem Spaß heraus. Wie wäre es, wenn Menschen über eine Plattform bekannt geben könnten wo sie sich gerade befinden und sich so viel einfacher und spontaner mit Freunden und Bekannten treffen? Wie wäre es, wenn man sieht ob sich Freunde in der Nähe befinden und man verbringt den Nachmittag gemeinsam? Und wie wäre es, wenn meine Freunde mich schnell und unkompliziert darüber informieren, ob ein Lokal, ein Restaurant, eine Disco oder sonstige Läden zu empfehlen sind? Großartig wäre das. So oder so ähnlich müssten die Gespräche damals zwischen den New Yorker Studenten Denis Crowley und Alex Rainert abgelaufen sein. Und weil die Ideen tatsächlich Potential hatten, machten sie sich daran, eine Plattform zu entwickeln. Dodgeball war gegründet. Eine Social Network Platform, die den Fokus darauf legte, seinen eigenen Standort zu veröfentlichen und auch zu sehen, welche Freunde gerade in der Nähe sind. Das war im Jahr 2000. Heute, über 10 Jahre später gehören Location Based Services zur Onlinepräsenz dazu. Einchecken, Locations anlegen, Badges, Stamps, Pins sammeln, Tips, ToDos, Tours erledigen. Visualisierte Massenbergwanderungen, Badgebitchfights und Mayorgerangel. Dodgeball wurde von Google übernommen und in Google Latitude verwandelt. Und der New Yorker Student Denis Crowley hat einen Location Based Service gegründet, der bis heute über 5 Millionen User weltweit hat, Foursquare.

Der Wald der verschiedenen Dienste hat sich über die letzten Jahre sehr verdichtet und es kamen eine Menge neuer Services hinzu. Lag früher der Fokus auf dem reinen Bekanntgeben seines momentanen Aufenthaltortes, so haben sich über die Zeit verschiedene thematische Schwerpunkte entwickelt. Reviews über Restaurants, Spiele, Flirten und Daten, Einkaufen und Bewerten oder virtuelle Medaillen sammeln. die Bandbreite der Möglichkeiten ist noch lange nicht erschöpft.

Die Location Based Service Timeline

Einen kleinen Überblick über die meisten bisher gelaunchten Services zeigt die Location Based Service Timeline. Facebook Places haben wir als Hoffnungsschimmer schon einmal für 2010 eingetragen. Vielleicht wirds ja 2011 mit Facebook Places für die Österreicher. Wir sehen auch, dass besonders im verangenen Jahr die Services aus dem Boden geschossen sind wie Primeln zu Frühlingsbeginn. Shopotainment für den Einkauf, Gbanga und SCNVGR für den Spieltrieb, Friendticker für den Freundeskreis. Es wird sich zeigen, welche Services über längere Zeit hinweg Bestand haben. Sicher ist allerdings, dass mit dem Launch von Facebook Places die Welt der Location Based Services noch einmal ordentlich durcheinander gewürfelt werden wird.




Die Zukunft des Check-Ins

Dienstag
Apr 26,2011

Die Aufmerksamkeitsspanne für ein Produkt ist kurz nach dem Launch am größten. Das Thema ist im Gedächtnis sehr präsent und wir vergessen kaum darauf, wenn es uns wichtig ist. Was aber passiert, wenn der erste Hype vorüber ist, das Produkt in den gedanklichen Hintergrund gerät und vor allem von neuen Dingen verdrängt wird? Dann hat man zwei Möglichkeiten. Entweder man schafft es, durch Updates und Neuerungen das Produkt immer wieder in die Köpfe der Menschen zu holen oder man vereinfacht die Funktionsweise so weit, dass das Produkt passiver genutzt werden kann und weniger aktive Aufmerksamkeit braucht. Der Fokus bei Möglichkeit Nummer zwei liegt darin, den Aufwand für den User noch stärker zu minimieren aber dafür die Benefits zu erhöhen um die maximale Ausbeute für die Kunden bereitzustellen.

Konkret sprechen wir heute über die Zukunft der Location Based Services und noch genauer über die Zukunft der Check-Ins. Nach dem anfänglichen Run auf alle möglichen Services, Check-Ins und Badges ist das Locationfieber mittlerweile etwas verflogen. Ständig vergisst man, sich einzuchecken und nachdem die üblichen Badges schon eingesammelt wurde, hält sich auch hier die Check-In-Motivation in Grenzen. Auch neue Services können das Feuer nicht wirklich nochmal entfachen. Einige Seiten haben sich mit dieser jüngsten Entwicklung schon beschäftigt, unter anderem Social Media Examiner. Doch woran liegts? Und vor allem: Wie gehts weiter?

Hierzu gibt es zwei Theorien:

1) Aufwand-Nutzen-Ungleichgewicht: Hier wird bemängelt, dass das System des Eincheckens ansich auf die Dauer zu mühsam wird. Das ewige Rausholen des Telefons beim Betreten einer neuen Venue. Dann findet er die Location nicht, diese muss erst eingegeben und gesucht werden. Dann über drei Steps endlich eingeloggt. Hier greifen sehr erfolgreich neue technische Möglichkeiten ein, die den User automatisch beim Betreten einer Location einchecken. So reduziert sich der Aufwand, doch der Nutzen bleibt der gleiche. Ich sammle schneller Punkte, komme zu meinen Specials und ergattere auch schwierige Badges weil ich konsequent an allen Venues eingecheckt wurde, an denen ich mich befand.

2) Zusatznutzen-Langeweile: Die Specials sind ja sehr nett. Aber irgendwann wird auch der zwölfte Gratiskugelschreiber, das zehnte Gratisgetränk und der unnötige 5% Rabatt bei 700 EUR Einkauf etwas fad. Die Unternehmen sind häufig in der Gestaltung ihrer Specials sehr unkreativ und greifen immer wieder auf dieselben Angebote zurück. Und zugegebenermaßen ist die Motivation, neun Mal in ein Kaffeehaus zu gehen um beim zehnten Mal einen gratis Espresso zu bekommen, nicht gerade überwältigend. Hier liegt es eindeutig an den Unternehmen, sich individuelle und motivierende Specials einfallen zu lassen. Es geht nicht einmal um einen hohen finanziellen Wert sondern auch um ein Erlebnis, das die Motivation in sich birgt, dafür auch etwas zu tun. Diese neuen Kommunikationskanäle verlangen nach ebenso neuen Maßnahmen und Angeboten. 5% Rabatte bei einem Einkaufswert von über 500 EUR kannten wir auch schon vorher.

Kombiniert man nun diese zwei Problemstränge scheint der Markt um Location Based Apps etwas in Schieflage geraten zu sein. Dies betrifft zwar nicht die aktuellen User- und Check-In-Zahlen, die nach wie vor sehr hoch sind, sondern vielmehr die zukünftige Entwicklung dieser Dienste und der gesamten Branche. Das Angebot muss sich weiterentwickeln, um weiterhin attraktiv zu bleiben und damit diesen wichtigen Pfad für Marketingmöglichkeiten und Kundenservice offen zu halten.

Und jetzt?

Es gibt schon einige Services, die das manuelle Einchecken überholen. Zum Beispiel Geoloqi, der es erlaubt, seine 10 Lieblingsvenues auf Foursquare anzugeben und den User 10 Minuten nach Betreten automatisch eincheckt. Damit beantwortet Geoloqi auch alle Fragen nach der Privatsphäre, da es mich nur an Orten eincheckt, wo ich es vorher erlaubt habe. Automatische Check-Ins an allen eingetragenen Venues an denen ich mich vorbeibewege sind natürlich nicht das Ziel. Hier muss und wird es immer eine Einschränkung der geobasierten Weltherrschaft geben.

Auch Chalkboard verlässt sich nicht darauf, dass der User sich immer ordnungsgemäß eincheckt sondern setzt auf Werbung in unterstützten Apps, die darauf abgestimmt ist, welches Unternehmen sich gerade in der Nähe befindet. Der User sieht also eine Starbucks-Werbung wenn eine solche Filiale in seiner Nähe ist.

Besonders interessant könnten Technologien wie RFID (radio-frequency identification) und NFC (near field communication) werden, die es erlauben, geobasierte Daten einfach zu senden und zu empfangen. Außerdem ermöglichen sie Kommunikation (Check-Ins beispielsweise) nur durch das Schütteln des Devices. Wir denken an NFC-kombatible Smartphones. Coca Cola hat diese Technologie schon sehr erfolgreich bei einem Event mit Facebook-Likes eingesetzt. Teenager bekamen ein Armband mit einem Chip auf dem die ID ihres Facebookprofils gespeichert war. Auf dem Gelände waren bei jeder Attraktion große Boxen mit Like-Daumen aufgestellt. Führte man das Armband nah an der Box vorbei, wurde ein Like gezählt und auf dem Profil der Armbandträger gepostet.

Zusatznutzen-Upgrade

Um aus dem ewigen Gratisgetränkespecialwahnsinn auszuberechen ist es notwendig, den Usern ansprechende und praktikable Goodies zu bieten. Denn niemand fährt durch die halbe Stadt extra für ein gratis Getränk oder einen Badge. Diese Specials sind durchaus ein guter Schritt und ein Anfang aber die Möglichkeiten der Location Based Services sind damit noch lange nicht ausgeschöpft. Der reine Check-In hat schon lange seinen Reiz verloren.

Wie schon angesprochen, muss der Zusatznutzen nicht unbedingt von hohem finanziellen Wert sein. Vielmehr sind sinnvolle Features, die den Alltag erleichtern, wünschenswert. Kombiniert mit automatischen Check-Ins sind zum Beispiel Mobile Identifications vorstellbar. Kein Mitschleppen des Studentenausweises oder des Führerscheins mehr in den Club sondern die Schranke weiß automatisch, ob man alt genug ist. Oder man bekommt innerhalb einer Veranstaltung einen Badge, der beweist, das man schon Eintritt gezahlt hat (Keine One-Way Tickets, Stempel oder Bändchen mehr). Wir stellen uns interactive Umgebungskarten vor, die mit Gutscheinen und Aktionen gekoppelt sind und uns schneller sagen, wo wir für das begehrte Special hin müssen. Eine tolle Sache entwickelte sich auch mit Fearsquare, das einem nach dem Check-In via Foursquare die Kriminalstatistiken anzeigt und einen Überblick gibt, ob man sich gerade in einer gefährlichen Gegend befindet, was vor allem für Touristen eine wichtige Funktion sein kann.

Dies aber nur ein paar Gedankenexperimente, die zeigen sollen, dass es nicht bei einem manuellen Check-In und einem Gratisgetränk bleiben muss. Der Anfang ist gemacht,die Services haben sich auf eine annehmbare Userbasis ausgebreitet und vertragen nun eine ordentliche Portion Weiterentwicklung.