Groupon kennen wir nicht nur von recht hartnäckigen Newslettern sondern auch von massiv preisreduzierten Angeboten. Findet sich eine bestimmte Anzahl von Usern, die dieses Angebot wahrnehmen wollen, wird es zu dem angegebenen Preis vergeben. Wir stolpern über Dinge, die 50%, 65% oder 75% vergünstigt sind. Und es scheint sich zu rechnen. Seit Dienstag könnte aber in der Groupon-Zentrale das große Herzklopfen ausgebrochen sein. Warum? Weil auf der Inside Social Apps Conference der neueste Streich von Facebook angesprochen wurde.
“Buy with friends”
Wie immer setzt Facebook stark auf Freunde. Der Dienst wird demnach “Buy with friends” heißen. Facebook User können Deals “unlocken” und dieses Angebot dann mit ihren Facebook Freunden teilen, also auf ihre Pinnwand posten. Somit sehen alle Freunde, mit welchen Angeboten man sich gerade beschäftigt und welche Dinge man gekauft hat. Aus den Informationen geht bisher noch nicht hervor, ob “unlocken” gleichbedeutend mit “kaufen” ist. Jedenfalls liegt der Fokus wieder einmal darin, der Community Informationenzu geben, diesmal was man gerade kaufen will oder gekauft hat. Möglicherweise wird es auch die Funktion geben, dass Freunde, die sich für dasselbe Angebot entscheiden, noch einmal günstiger kaufen. Das lässt jedenfalls folgendes Beispiel für eine Buy with friends Meldung vermuten: “Your friend has unlocked this deal for you–get 40 percent off this special monster food.” Details dazu werden erst nach und nach veröffentlicht. Für die Unternehmen macht dieses System natürlich Sinn, da so ihre Angebote nicht nur an eine Person sondern auch an alle Freunde kommuniziert werden, die dann vielleicht auch interessiert sind.
Der Unterschied zwischen Facebook Deals und Buy with friends
Gemeinsam mit Facebook Places gab es in einigen Ländern auch schon den Launch von Facebook Deals. Hier wird es den Unternehmen ermöglicht, spezielle Angebote für seine Kunden anzubieten. Diese hängen meist mit dem Check-In in einer bestimmten Location zusammen. Der User bekommt über das Smartphone angezeigt, welche Deals in seiner Nähe momentan laufen und sieht auch, was er dafür tun muss. Buy with friends steht in der Schiene des “social buyings” und soll dazu dienen, seine Freunde über einen Kauf zu informieren. Wenn wir uns vor Augen führen, dass 98% aller Kunden vor einem Kauf im Internet recherchieren und dabei besonders viel Wert auf persönliche Empfehlungen von anderen Usern legen, wird einem das Potential klar. Gerade bei Usern, mit denen man befreundet ist oder zu denen man einen engeren Kontakt pflegt, sind diese Empfehlungen noch wertvoller und bestärken unsichere Entscheidungen.
Das Geheimnis
Den ungeheuren Vorteil, den Facebook in allen Features gegenüber seinen Konkurrenten hat, ist die massive Userbasis. Auch wenn die Konkurrenzdienste schon Jahre zuvor erfolgreich gelauncht wurden und über lange Zeit liefen, schlottern einem die Knie, wenn Facebook einen ähnlichen Dienst ankündigt und damit die vorhandenen Dienste zurückdrängt. Um Dienste erfolgreich an die Spitze zu bringen, ist vor allem eine große Zahl an Usern wichtig, denn nur so wird Content geschaffen und genutzt. Genau hier liegt die Stärke von Facebook mit 600 Millionen Usern, die beim Start eines neuen Dienstes sofort Zugriff dazu haben und es nutzen können. Die Zeit, die der Mitbewerb braucht, um eine gestandene Userbasis aufzubauen und den Dienst unter die Leute zu bringen, nutzt Facebook für die Entwicklung seiner Dienste und fährt damit sehr gut. Facebook genießt außerdem den Vorteil, dass die Konkurrenzdienste die Berührungsängste der User abbekommen. Man ist skeptisch, kennt den Dienst nicht, ist vorsichtig und zurückhaltend. Wissen die User aber einmal über das Konzept Bescheid und sind mit der Funktion vertraut, ändert sich nur noch der Anbieter. Und wenn 400 der Freunde eine Anwendung bedenkenlos nutzen, kann das wohl nur ganz toll sein.
Bye, Bye Groupon?
Egal, in welchem Bereich Facebook seine Finger ausstreckt, die bestehenden Dienste schlackern zu Recht mit den Ohren. Foursquare, Gowalla und SCNVGR als Facebook Places kam. Groupon jetzt, also Buy with friends zur Sprache kam. Die Erfahrung zeigt allerdings, dass die Besorgnis nicht umsonst auftaucht, schaut man sich die Geschichten ehemals gescheiterter Social Networks wie MySpace oder StudiVZ an, die an der Übermacht Facebooks scheiterten. Noch halten sich die Location Based Services auch nach dem Launch von Facebook Places tapfer, was aber größtenteils daran liegt, dass der beliebte Spielecharakter bei Facebook ausbleibt. Auch die Deals wurden bei uns noch nicht gelauncht, womit es via Facebook Places bei einem einfachen Check-In bleibt, der den Freunden zeigt, wo man sich gerade befindet. Reichlich unspektakulär. Wie sich der Newsletter-Terrorist Groupon in weiterer Folge verhält, bleibt abzuwarten.
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3 Kommentare for "Facebook kills Groupon"
Hehe, what if Facebook does it?:)
[...] den Originalbeitrag weiterlesen: Facebook kills Groupon » Facebook, Freunde, Usern, Deals, User … Medien zum Thema Medien by [...]
Newsletter-Terrorist …. das und deren grauenhafte Werbung während der Super Bowl hat mich abgehalten das irgendwo mitzubestellen. Bei FB Buy with Friends wird der Spam vermutlich auch nicht weniger werden.
Foursquare specials und FB Deals finde ich interessanter und hoffe das da mehr kommt. Denn ein Hinweis auf auf eine Aktion ums Eck lässt mich eher hinschauen, weil ich nicht glaub das ich mir den 50 Newsletter von Groupon ansehe oder FB Buy with Friends nicht nach kürzester Zeit ausblende.
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